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Syrien: Plan der Regierung gefährdet unsere Klient*innen

24. September 2026

Wie mehrere Medien berichten, will das Bundesinnenministerium den Schutzstatus von Hunderttausenden Syrer:innen widerrufen und sie nach Syrien abschieben. Diese Nachricht trifft viele unserer syrischen Patient:innen in den Psychosozialen Zentren hart.

Innenminister Dobrindt setzt damit die Gesundheit unserer Nachbarn, Freunde und Familienmitglieder für seine Abschiebepolitik auf’s Spiel und konterkariert unzählige Stunden unserer Arbeit für die Heilung syrischer Patient:innen der letzten Jahre. 

Gefahr für die Gesundheit

Allein die Drohkulisse einer Abschiebung kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken, die Risiken sind auch aus fachlicher Sicht des Bundesverbands der Psychosozialen Zentren groß. Denn die existenzielle Unsicherheit, die mit dem möglichen Aufenhaltsverlust schon jetzt einhergeht, kann bei den Betroffenen intensive Angst, Hilflosigkeit und Kontrollverlust auslösen. Bei Menschen mit Flucht-, Gewalt- oder Foltererfahrungen kann die Drohung der erzwungenen Rückkehr frühere traumatische Erlebnisse reaktivieren. Depression, Angststörung oder PTBS können sich durch das Widerrufsverfahren verschlimmern. Bei schweren psychischen Erkrankungen kann die Drohkulisse eine akute Krisen- oder Suizidgefahr auslösen.

Gesundheit und Sicherheit statt Spaltung

Der Bürgerkrieg in Syrien mag sich beruhigt haben. Aber dem Land geht es wirtschaftlich schlecht, die Gesundheitsversorgung ist an vielen Orten mangelhaft. Mit Abschiebung fallen soziale Beziehungen, Wohnung, Arbeit, Schule und das vertraute therapeutische Umfeld weg. Auch das gefährdet die Gesundheit. Deutsche Politiker*innen haben jetzt die Möglichkeit, den Aufbau von nachhaltigen, selbstbestimmten und gesunden Existenzen von Syrer*innen in Deutschland zu stärken, anstatt zu spalten und zu verunsichern. Unsere Patient:innen aus Syrien müssen bleiben. Ihre Familien und Freunde auch.